Zwischen
Chianti und Valdelsa, dort wo die unterschiedlichen
Charakteristken lamgsam miteinander verschmelzen, liegt der Kreis Barberino
mit seinen sanften Hügeln. Weingärten, Olivenhaine und jahrhundertealte
Zypressen wechseln sich
ab und überlassen dann den Platz einer
urwüchsigeren, waldbestandenen und felsigen Landschaft. Aber das
Einzigartige von Barberino sind die zahlreichen kleinen, mittelalterlichen
Siedlungen, die sich um den Hauptort herum auf den Hügeln ausbreiten. Sie
legen sichtbar Zeugnis ab von einer Vergangenheit, die noch heute in diesen,
voller Geschichte und Geschichten steckenden Orten lebendig ist.
Obwohl sie doch alle die gleichen kulturellen und geschichtlichen Wurzeln haben,
unterscheiden sich die Ansiedlungen doch eine von der anderen und bieten dem
Besucher so die Möglichkeit, die verschiedenen kleinen “Welten” für
sich zu entdecken. Das ist zum Beispiel Sant’Appiano, dessen Wurzeln bis in etruskisch-römische
Zeit zurückreichen, mit den Resten der Taufkapelle und der alten romanischen
Pfarrkirche, in der noch heute die sterbliche Hülle des Heiligen, der im
IV./V. Jh. Gelebt hat und dem (bis dahin Monteloro genannten) Ort seinen Namen
gegeben hat, zu sehen ist; oder Petrognano, die Überreste der verschwundenen
Stadt Semifonte – jener Stadt, die Florenz 1202 dem Erdboden gleichmachte,
und aus deren Trümmern sie später Barberino erbaut haben soll; und
Tignano, das schon vor dem Jahr 1000 existierte und einer der wenigen mit einer
Stadtmauer versehenen Orte ist, die sich bis heute ziemlich unverändert
erhalten haben; Vico schließlich, mit seinem Adelspalästen oder Linari,
ein entzückendes befestigtes Städtchen, das auch schon sehr früh
gegründet wurde und durch seine Lage inmitten der grünen Hügel
des Valdelsane besticht. Die wenigen Scritte, die notwendig sind, um das Borgo
zu durcqueren, versetzen uns zurück in die Vergangenheit – in jene
Zeit, in der Linari das wahre wirtschaftliche Zentrum des Valdelsano war. Poneta,
Pastine, Poppiano, Marcialla, Monsanto, Olena, Cortine oder San Filippo sind
weitere eindrucksvolle Beispiele lebendiger Geschichte – jeder dieser Orte
steckt voll der verschiedensten Schätze, die es zu entdecken gilt.
Wahrscheinlich ist es gerade die Verbindung dieser bezaubernden Orte, als Widerhall
vergangener Zeiten, und einer Natur von verzehrender Schönheit, die diesem
Gebiet seinen einzigartigen, unbestreitbaren Zauber verleihen, dem man sich nicht
entziehen kann.
